Ein Pferd
Zwei Menschen

Hidalgo
Mein Name ist Hidalgo.
Ich bin ein Schimmel mit spanischem Herzen, einer Vorliebe für lange Galoppstrecken und einer recht klaren Meinung darüber, wie Menschen reiten sollten.
Die meisten Menschen glauben, Pferde würden nur auf Kommandos reagieren. Dabei beobachten wir sie die ganze Zeit.
Ihre Stimme.
Ihre Spannung.
Ihre Gedanken.
So habe ich auch Sophie kennengelernt.
Und später Kai.
Mit Sophie verbindet mich etwas sehr Tiefes. Ruhe. Vertrauen. Das Gefühl, gemeinsam zu fliegen, ohne den Boden zu verlassen.
Kai dagegen musste erst lernen, mir zuzuhören.
Aber er war bereit dazu. Und genau deshalb wurde aus uns ein Team.
Ich mag weiche Waldwege, flatternde Nüstern im Galopp und Menschen, die ehrlich sind.
Und ich finde, dass das Leben deutlich schöner ist, wenn man öfter gemeinsam losläuft – statt sich gegenseitig festzuhalten.
Dieses Buch erzählt unsere Geschichte.
Oder vielleicht besser: Eine Geschichte darüber, was entstehen kann, wenn man beginnt, wirklich zuzuhören.
Kai-Uwe
Lange Zeit hätte ich nicht gedacht, dass Pferde noch einmal eine wichtige Rolle in meinem Leben spielen würden.
Als Kind hatte ich Reitunterricht. Danach verschwand dieser Teil meines Lebens für viele Jahre.
Erst durch Sophie und Hidalgo fand ich zu den Pferden zurück.
Was als einzelne Begegnung begann, entwickelte sich Schritt für Schritt zu einer Freundschaft, die mein Leben verändert hat.
Hidalgo hat mir nicht nur das Reiten zurückgebracht. Er hat mir gezeigt, wie viel Kommunikation ohne Worte möglich ist. Wie fein Vertrauen entstehen kann.
Und dass man manchmal etwas Schönes findet, das man niemals gesucht hat.
„Zwischen uns eine Sprache“ ist deshalb viel mehr als ein Pferdebuch für mich.
Es ist der Versuch, etwas festzuhalten, das sich eigentlich kaum erklären lässt: die stille Verbindung zwischen Mensch und Pferd.


Sophie
Pferde begleiten mich, seit ich denken kann. Schon als Kind hatte ich das Gefühl, dass zwischen Mensch und Pferd etwas entstehen kann, das tiefer geht als Vertrauen oder Training. Eine Verbindung, die man nicht vollständing erklären kann – aber spürt.
Hidalgo ist sensibel, aufmerksam und voller Ausdruck. Viele unserer Gespräche finden ohne Worte statt. Über Körpersprache. Über Ruhe. Über kleine Veränderungen, die andere vielleicht gar nicht wahrnehmen würden.
Für mich bedeutet Reiten deshalb weit mehr als Technik oder Leistung. Es geht um Zuhören. Um gegenseitiges Verstehen. Und darum, gemeinsam einen Weg zu finden.
„Zwischen uns eine Sprache“ erzählt von genau dieser Verbindung.
Von den schönen Momenten.
Von Angst und Vertrauen.
Und von dem, was entstehen kann, wenn man einem anderen Wesen wirklich begegnet.